Die Zukunft des Pflegeheimes in Lübbersdorf ist weiterhin unklar. Das DRK Neubrandenburg als derzeitiger Träger hat angekündigt, den Betrieb zum Ende des Jahres einzustellen. Viele Bewohner sind bereits ausgezogen, für das Personal ist unklar, ob es am Standort eine Perspektive gibt. Nach Auskunft des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte wird sich das Heim nach dem Rückzug des DRK wieder im Eigentum des Landkreises befinden, dieser muss über die weitere Verwendung der Immobilie entscheiden.
Die Gemeinde Galenbeck hat sich frühzeitig für einen Erhalt des Standortes als Pflegeheim eingesetzt, gemeinsam mit den Nachbargemeinden wurden bereits mehrere Schreiben an den Landrat formuliert, Bürgermeister Thomas Herrholz hat zudem im Kreistag auf das Problem hingewiesen. Trotz verschiedener Bemühungen der unterschiedlichen Fachbereiche in der Kreisverwaltung kam jedoch noch kein tragfähiges Konzept zustande, obwohl laut Auskunft des Landkreises mehrere potenzielle Träger angekündigt haben, den Betrieb fortführen zu wollen.
Am 11.09.26 fand nun im Amt Friedland ein Treffen mehrerer Fachbereiche des Landkreises mit Vertretern aus der Amtsverwaltung und der Gemeinde statt. Dabei wurde deutlich, daß für den Weiterbetrieb des Standorts komplexe Abstimmungen vieler Beteiligten erforderlich sind. Neben dem aktuellen und den zukünftigen Betreibern sind dies auch die Pflegekassen und natürlich der Landkreis als zukünftiger Eigentümer die Immobilie. Eine besondere Rolle spielt dabei auch der aktuelle Erhaltungszustand des Gebäudes. Vor einem Weiterbetrieb müssen offenbar wichtige Renovierungsarbeiten durchgeführt werden.
Die Gemeinde Galenbeck hat nun angeboten, die Verantwortung für das Gebäude zu übernehmen. Dazu hat die Gemeinde ein Kaufgesuch an den Landkreis formuliert. Ziel der Gemeinde ist es, den Betrieb der Immobilie vom Betrieb der Pflegeeinrichtung zu trennen und kommunale Verantwortung für den Standort zu übernehmen. Die Gemeindevertretung hatte dazu bereits einen einstimmigen Beschluss gefasst, allerdings unter dem Vorbehalt einer gesicherten Finanzierung für Erwerb und Unterhaltung der Immobilie.
Bürgermeister Thomas Herrholz: „Als Gemeinde haben wir einen anderen Bezug zu dem Haus in Lübbersdorf als der Landkreis, außerdem haben wir einen besseren Zugang zu Fördermitteln und Finanzierungsoptionen. Wenn wir für das Haus Sorge tragen, kann ein neuer Träger sich um den Pflegebetrieb kümmern. Als Eigentümer können wir direkt mit den Trägern verhandeln und so auch neue Ideen nach Lübbersdorf bringen, z.B. generationsübergreifende Konzepte oder Projekte für Begegnung und Teilhabe. Im Fokus steht jedoch ein langfristig gesicherter Betrieb als Pflegeheim.“
Die derzeitige Finanzlage der Gemeinde erlaubt eigentlich keine Investitionen, die über die Pflichtaufgaben hinausgehen. Verwaltung und Gemeinde hoffen jedoch auf ein günstiges Kaufangebot des Landkreises und ein tragfähiges Finanzkonzept, bei dem die Aufwendungen für die Renovierung durch die Mieteinnahmen des Trägers sowie Fördergelder refinanziert werden. So kann das Projekt am Ende sogar einen positiven Effekt für die Gemeindefinanzen haben.
Ob ein nahtloser Weiterbetrieb im neuen Jahr noch möglich ist, das bleibt jedoch fraglich. Vieles hängt auch davon ab, in welchem Zustand das Gebäude vom jetzigen Betreiber übergeben wird und ob das Jahresende als verbindlicher Termin bestehen bleibt. Der Bürgermeister könnte sich auch einen schrittweisen Übergang vorstellen, bei dem der aktuelle Träger seine Arbeit fortführt, bis ein neuer Träger übernehmen kann. Zunächst muss sich nun aber der Landkreis entscheiden, ob er das Angebot der Gemeinde unterstützen wird.